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Außergewöhnliche Models: Der Charakter zählt

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In den vergangenen Jahrzehnten hieß es immer wieder: 90-60-90. Wer Model werden wollte, der musste dieses Mantra erfüllen. Auch die Körpergröße und der BMI waren Ausschlussfaktoren. Die strengen Vorgaben waren stets das Objekt vielseitiger Kritik und leider auch die Quelle vieler Essstörungen und gestörter Körperwahrnehmung. Umso besser ist es, dass die Modelbranche sich nun in kleinen Schritten wandelt. In diesem Artikel erfahrt ihr, warum der Charakter stets mehr Wert sein sollte als jedes Maßband der Welt und inwiefern sich dies gerade ändert.

Jede Gesellschaft dieser Welt hat ein gängiges Schönheitsideal, welches sich von Jahrhundert zu Jahrhundert ändert. Das Problem daran ist, dass nur ein geringer Teil der Menschen dem jeweiligen Ideal entspricht und somit im Umkehrschluss der größte Anteil der Menschen auf die Erreichung dieser hinarbeitet. Vor allem in den sozialen Medien wurden diejenigen, die dem Ideal entsprechen, geradezu zelebriert, während alle außerhalb des Ideals Opfer von Diskriminierung, Beleidigung oder Demütigung wurden.

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Was ist Body-Positivity?

Die sogenannte „Body-Positivity“-Bewegung stellt dabei eine große Maßnahme gegen die etablierten Schönheitsideale dar. Dabei wird versucht, Menschen von ihrer Schönheit zu überzeugen und ihnen bei der Akzeptanz ihrer Körper zu helfen. Um dies zu schaffen, muss jedoch realisiert werden, dass das gesellschaftliche Ideal oftmals die eigene Körperwahrnehmung verzerrt. Es ist dabei wichtig zu verstehen, dass Schönheit kein natürliches Konzept, sondern ein Konstrukt der Gesellschaft ist. Das heißt, dass Menschen es geformt haben und diese es somit auch in eine positive Richtung wandeln können. Vor allem auf Instagram ist die Bewegung sehr beliebt und wird von Influencern wie @haileymadiganfitness oder @alexlight_ldn gelebt.

Auch in der Modelbranche kommt diese Bewegung vermehrt an, sodass besonders Models mit Einzigartigkeiten immer beliebter werden. Es heißt also: weg von 90-60-90 und endlich hin zu Diversität und Inklusion!

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Marken, die es verstanden haben

Savage X Fenty

Es gibt keine berühmtere Kollektion, die Diversität so verstanden hat wie Savage X Fenty. In der Marke der Sängerin Rihanna gibt es keine Grenzen für Models und das zeigt vor allem ihre moderne und gesellschaftsverändernde Denkweise. Obgleich sie des Öfteren als provokant dargestellt wird, Rihanna hat das Problem der Schönheitsideale verstanden. Sowohl auf der Fenty-Homepage als auch in ihren Shows sind völlig unterschiedliche Modeltypen zu sehen. Zunächst finden sich alle unterschiedlichen Ethnizitäten bei Rihanna wieder. Zur Präsentation der Fenty „Trouble“-Sonnenbrille engagierte Rihanna kurzerhand ein Hijab-Model. Auch Dragqueens wie Jaida Essence Hall oder Shea Couleé haben atemberaubende Auftritte in den Dessous-Shows von Rihanna. Es rockten Diverse-Models wie Noah Carlos den Laufsteg und jeder Körpertyp von Skinny zu Plus Size und Petite war vertreten. Wie unschwer zu erkennen, bricht Fenty mit allen Idealen und trägt damit zur Normalisierung aller Körper und Arten von Schönheit bei. Einfach sagenhaft!

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H&M “Close the Loop” - Campaign

Auf die wachsende Nachfrage an nachhaltigen Kollektionen hat H&M mit seiner „Close the Loop“-Kampagne aus recycelten Materialien reagiert. Nicht nur setzt diese ein Zeichen für Klimaerwärmung und Umweltschutz, die Präsentation erfolgte mithilfe von Alternativmodels. Obgleich die Kampagne schon etwas zurückliegt, ihr Avantgarde-Charakter sollte stets bewundert werden. Die Schlagzeile der Kampagne machte die damals 23-jährige Mariah Idrissi, die in ihrem Hijab vor die Kamera trat.

Diese revolutionäre Entwicklung war sofort in allen Medien präsent und schnell wurde klar, dass Fashion nicht bei Hautfarbe oder Religion Halt machen darf. Fashion muss stets ein Ausdruck des Selbst bleiben und sollte dazu verwendet werden alle Tabus zu brechen. Die Message war vor allem die Liberalisierung von Mode im heutigen Zeitalter. Und gleichzeitig präsentierte der Konzern in seinem Werbefilm vielerlei Arten von Alternativmodels wie zum Beispiel einen amputierten Boxer. Das Video bricht mit vielen Konventionen, die wir heute immer noch als standardisiert ansehen und genau das macht es so spannend.

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Warum Alternativmodels die Welt verändern können

Wie ein altes Sprichwort sagt: Regeln sie da, um gebrochen zu werden und genau das ist das Spannende an Alternativmodels. Die Modelbranche war so lange von rigiden Voraussetzungen geprägt, bei der alle bekannten Models irgendwann gleich aussahen. Ob in Katalogen, auf Werbetafeln oder in Werbeanzeigen, überall war nur noch der gleiche Typ zu sehen. Nicht nur ist der Effekt sehr negativ für Menschen, die sich nicht mit diesem identifizieren können, andersartige Models hätten sich nie durchgesetzt. Doch Alternativmodels repräsentieren viele unterschiedliche Schichten, Arten und Styles in der Gesellschaft, sodass Andersartigkeit nun viel eher gefeiert wird als noch vor einigen Jahren. Und auf diese Veränderung kann man stolz sein.

Tattoos

Was sind Tattoos, wenn nicht Ausdruck unserer Selbst? Und genau darauf kommt es bei Tattoo Models an. Die meisten Anfragen dazu kommen oftmals aus der Mode-, Film- oder Fotobranche und sind stark abhängig vom Charakter der jeweiligen Person. Mehr denn je liegt der Fokus hier auf dem „gewissen Etwas“, weshalb in diesem Bereich oft von Charaktermodels gesprochen wird. Als spezielle Form des Alternativmodels gleicht die eigene Haut oft unterschiedlichen Kapiteln einer Biografie und jedes einzelne Tattoo hat eine Geschichte. Dabei wird auch viel Wert auf individuellen Style und Ausdrucksvermögen gelegt.

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Piercing Model

Wer Piercing Model werden will, der wird oftmals für Modell-Aufträge gebucht, um die verschiedenen Piercings am Körper in Szene zu setzen. Motorische Fähigkeiten und die Kunst der Selbstdarstellung sind also wichtige Eigenschaften. Dabei ist es wichtig, für einige Zeit in gewissen Posen verharren zu können, um das Endprodukt nicht zu verzerren. Vor allem bei Nahaufnahmen ist dies besonders wichtig. Auch muss man bedenken, dass Piercing Models sehr speziell aussehen. Man sollte sich also vorher über mögliche Aufträge informieren und sich konstant selbst promoten. Dazu kommt, dass Piercing Models oft gleichzeitig als Tattoo Models gebucht werden.

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Plus Size

Mit Plus Size Models wurde ein weiterer wichtiger Schritt gegen die Kritik am Modelbusiness unternommen. Neben den strengen Maßvorgaben und Gesundheitsgefährdungen ist mit Plus Size eine Alternativkategorie entsprungen, die eigentlich keine sein sollte. Nach jahrzehntelangen unrealistischen Voraussetzungen und „90-60-90“-Mantra wird hier endlich mehr Wert auf Persönlichkeit, Ausstrahlung und Wandlungsfähigkeit gesetzt. Als erstes Plus Size Model ist die Amerikanerin Ashley Graham bekannt, die mit Kleidergröße 44 im Jahr 2016 den Laufsteg im Sturm eroberte. Dabei nutzt sie ihren Erfolg, um die „Body Positivity“-Bewegung bekannter zu machen. Auch Tess Holliday und Felicity Hayward machen sich für diese stark, um den Menschen zu zeigen, dass jeder Körper schön ist. Mehr dazu findet Ihr hier.

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Transgender Models

Das Thema Transgender hat in den letzten Jahren eine sehr starke Medienpräsenz genossen und ist mit seinen tollen Coming-Out Geschichten einfach spannend. Zwar erfreuen sich die einzelnen Personen an unterschiedlicher Bekanntheit, sind jedoch allgemein in der Modelszene immer beliebter geworden. Es lohnt sich diese im Auge zu behalten, denn diese Kategorie wird mit seinen versatilen Eigenschaften bald den Modelmarkt erobern.

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Körperliche Handicaps

Für viele Menschen mit körperlichen Einschränkungen erscheint eine Modelkarriere schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Nicht nur die rigorosen Voraussetzungen erschwerten es diesen dabei zunehmend ihre Träume auszuleben, sondern auch die Tatsache, dass Menschen mit Handicaps immer noch als Minderheit angesehen werden. Es ist daher umso schöner zu sehen, dass es viele Beispiele gibt, die das Gegenteil beweisen. Die einzelnen Geschichten dieser sollten uns inspirieren und zeigen, dass man alles schaffen kann, wenn man genügend Willen hat und harte Arbeit nicht scheut.

Jillian Mercado

Jillian ist eines der bekanntesten körperlich eingeschränkten Models. Sie leidet an Muskelschwund und sitzt daher im Rollstuhl. Während ihres Studiums im Bereich Fashion Marketing war sie bereits auf der Suche nach Modelaufträgen für Rollstuhlfahrer, konnte jedoch zu dieser Zeit keine finden. Als Model für Diesel oder Beyoncé hat sie echten Avantgarde-Charakter und symbolisiert die Möglichkeit, sich jeden Traum erfüllen zu können.

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Aimee Mullins

Aimee ist eine der ersten Amputierten im Modelbusiness. Zunächst war sie besonders für ihre Karriere als amerikanische Leichtathletin bekannt, präsentierte dann jedoch Ende der 90er Jahre einige Teile in der Kollektion von Givenchy. Obwohl ihr Auftritt als sehr kontrovers und provokant aufgefasst wurde, schaffte es Aimee sich als internationales Model zu etablieren. Auch für Vogue und L’Oréal Paris war sie bereits schon das Gesicht. Mit ihren beiden Beinprothesen hat sie allen Widrigkeiten zum Trotz den Durchbruch geschafft.

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Winnie Harlow/ Chantelle Brown-Young

Winnie Harlow, die mit bürgerlichem Namen Chantelle Brown-Young heißt, leidet schon seit ihrer Kindheit an Vitiligo, der sogenannten Weißfleckenkrankheit. Bekannt wurde sie durch ihre Teilnahme an America’s Next Topmodel und ihrem Gastauftritt in Eminems Musikvideo „Guts Over Fear“. Ihre Karriere als Model geht seither steil nach oben. Winnie nutzt ihre Zeit, um Seminare für junge Frauen mit geringem Selbstwertgefühl zu geben. In ihrem Instagram-Profil beschreibt sie sich selbst als „living with integrity“, was die junge Frau noch sympathischer macht.

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Tamara Röske

Tamara Röske ist ein ganz besonderes Alternativmodel. Als junges Mädchen mit Downsyndrom ist es immer ihr Traum gewesen zu modeln. Zwar wartet sie noch auf den Durchbruch auf dem Laufsteg, arbeitet aber hart an sich und glaubt fest daran, dass sie es der englischen Kate Grant, die als erstes Downsyndrom bekannt wurde, gleichtun kann. Dabei hat sie schon mehrmals vor der Kamera gestanden und ergatterte kleinere Rollen in Filmen wie „Fack Ju Göhte“ oder „Die Toten vom Bodensee“.

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Fazit

Auf die Außergewöhnlichkeit der Kampagnen und Menschen, die wir in diesem Artikel nennen, müssen wir nicht weiter angehen. Es ist stets bewundernswert, wenn Menschen mit ihren Träumen die Welt verändern können und genau das kann auch in einem so traditionell erscheinenden Bereich wie der Modelbranche passieren. Dazu lässt sich nur noch sagen: Hut ab vor allen, die mutig genug sind anderen ein Vorbild mit ihrer Andersartigkeit zu sein. Ihr macht die Welt ein klein wenig besser!




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