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Nächstes Ziel? Laufsteg: Alles, was man über Modelmaße wissen muss

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Bereits in den 1960er Jahren begann die Modelbranche Aufwind zu erfahren. Als erstes deutsches Model ist dabei Vera Anna Gottliebe Gräfin von Lehndorff bekannt. Unter dem Pseudonym Veruschka vermarktete sich das Fotomodell als Kunstfigur und war unter anderem auch als Schauspielerin tätig. Heutzutage sind eher Namen wie Heidi Klum oder Lena Gercke sowohl im internationalen als auch im deutschen Rahmen geläufig. Während man den erfolgreichen deutschen Models auf Instagram folgen kann, um mehr über die Karriereschritte und ihren Alltag zu erfahren, ist auch Heidi Klums Show Germany’s Next Topmodel eine gute Quelle, um erste Eindrücke zu den zeitgenössischen Modelvoraussetzungen zu bekommen. Oder man liest sich einfach durch unseren Artikel, in dem wir Euch alles Wichtige zum Thema Modelmaße zusammengefasst haben.

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Voraussetzungen

Zwischen Modelmythen wie 90-60-90 und schrecklichen Ernährungstipps kann man als aufstrebendes Model schonmal den Überblick verlieren. Die Voraussetzungen, um Model zu werden sind dabei sehr unterschiedlich und absolut branchenabhängig. Es gibt jedoch einige allgemeine Richtlinien, die die Erfolgschancen deutlich anheben.

Bevor wir Euch die wichtigsten Details verraten, solltet Ihr Euch stets im Klaren sein, dass die Ausnahme die Regel bestätigt. Wer ein oder zwei Zentimeter unter oder über diesen Werten liegt, kann genauso Model werden. Vorausgesetzt, die Agenturen lassen sich darauf ein. Generell sollte ein Model eine Körpergröße zwischen 1,73 und 1,79 Metern haben. Die Frage des Gewichts spielt in der Modelszene eine weniger geringe Rolle. Eher wird ausgesprochen viel Wert auf einen schlanken und langen Körper gelegt, der straff und trainiert ist und bei dem die Proportionen stimmen.

Die Nationale Charta der Deutschen Textil- und Modebranche hat einen BMI von mindestens 18,5 festgelegt. Das bedeutet, dass man bei einer Größe von 1,77 Metern ein Gewicht von 58 Kilogramm haben muss. Als kleine Erinnerung: Der BMI berechnet sich wie folgt: Gewicht/(Größe)². Dabei ist jedoch anzumerken, dass diese Formel keine Auskunft über den Körperfettanteil gibt, der ein wichtiger Anhaltspunkt für den trainierten Look ist. Die Konfektionsgrößen schwanken zwischen 34 und 36, ab 38 wird von Plus Size Models gesprochen. Auch die Schuhgröße ist eine wichtige Angabe für einen proportionierten Körper mit Werten von 37 bis 41.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Modelkarriere sind mentale Eigenschaften. Dabei werden es Models, die sich durchsetzen können und dabei trotzdem geduldig und selbstbewusst sind, einfacher haben. Zusätzlich sind Ausdrucksstärke und das je ne sais quoi (franz. das gewisse Etwas) von Bedeutung. Bei Fitnessmodels wird viel Wert auf Definition gelegt, was die Angaben an sich schwierig gestaltet. Bei allen Modelarten werde helle Hauttypen und eine sympathische Ausstrahlung als favorisiert angesehen. Dieser langen und kritischen Ansicht wird jedoch anhand von verschiedenen Kampagnen und Bewegungen entgegengewirkt. So wird zum Beispiel Naomi Campbell als erfolgreichstes dunkelhäutiges Model angesehen. Die Britin hat dabei sogar ihre eigene Modelagentur, in der alle Hauttypen willkommen sind.

Die klassischen Modelmaße

In der Modelszene wird nach Branchen unterschieden und dementsprechend sind die Maße unterschiedlich streng. Besonders im Bereich High-Fashion und Catwalks ist die Einhaltung der Maße besonders wichtig, da die Designerkleidung wie angegossen und an den richtigen Stellen sitzen muss. Bei Plus Size Models werden die Maße am wenigsten streng bewertet. Die folgende Liste fasst alle wichtigen Facts zusammen:

Unterschiede zwischen den Modeling-Bereichen

BereichAlter in JahrenGröße in mBrust in cmTaille in cmHüfte in cmKonfektionsgröße
Laufsteg16-241,75-1,85806080Bis 36
Katalog14-24Ab 1,76906090Bis 38
Dessous18-351,68-1,7881-8956-8883-8934/36
FitnessAb 161,65-1,80k/Ak/Ak/Ak/A
Petite16-241,55-1,69806080Bis 36
Fittingk/Ak/Ak/Ak/Ak/Ak/A
Plus Size16-24k/A906090Ab 38
Männerk/A1,82-1,88 (normal)
1,75-1,90 (fitness)
10080100k/A

* k/A = keine Angabe

Weitere wichtige Hinweise zu den Modeling-Bereichen

Solltet ihr Euch fragen, welches Gewicht für die einzelnen Bereiche wichtig ist, dann müssen wir Euch enttäuschen. Das Gewicht ist keine verlässliche Angabe, da es sich bei jedem unterschiedlich verteilt und somit jeder Körper unterschiedlich aussieht. Aus diesem Grund werden oft Models mit dünnem und schlankem Körperbau gesucht.

Die Tabelle ist nach der Strenge der Maße eingerichtet, d.h. den meisten Wert legen Agenturen auf die richtigen Maße bei Laufstegmodels und den wenigsten auf Plus Size Models. Die Kategorie der Männermodels haben differenzierte Voraussetzungen und Standards, weshalb diese gesondert betrachtet werden müssen.

Für diejenigen unter Euch, die sich in der Dessous- und Unterwäschesektion sehen, ist es wichtig, einige zusätzliche Merkmale zu beachten. Hier wird auf besonders straffe Haut und eine sportliche Figur gesetzt. Obgleich das Alter mehr oder weniger nach oben offen ist, ist der C-Cup ein wichtiger Richtwert und muss von guten Proportionen unterstützt werden.

Die vielen fehlenden Angaben in der Fitnessmodelspalte sind absichtlich so angelegt. Bei männlichen wie auch weiblichen Fitnessmodels kommt es stets auf die Definition des Körpers an. Oftmals liefert dabei der richtige Körperfettanteil alle nötigen Antworten, jedoch steht der ästhetische und fitte Körper im Vordergrund.

Wer sich nicht in den Zahlen der Mindestkörpergröße sieht, der hat immer noch die Chance als Petite Model zu arbeiten. Auch als Fitting Model wird es mit Sicherheit Aufträge geben. Dieses wird gebucht, um die Passform, den Schnitt und erste allgemeine Eindrücke zu generieren. Auch das Hautgefühl und die Beweglichkeit werden auf diesem Weg getestet. Die Problematik dessen besteht in der Tatsache, dass die Angaben für Fitting-Models sehr genau sind und nach Designer variieren. Deshalb werden die benötigen Maße bereits in den Aufträgen angegeben.

Und nicht vergessen: Models wie Kate Moss (1,70m) haben die Anforderungen an die Mindestgröße auch nicht erfüllt und Karriere gemacht. Einzigartigkeit und Ausstrahlung können also genauso gute Gründe sein, warum es mit den Aufträgen klappt.

Die Sedcard als wichtigstes Accessoire

Die Sedcard ist das Aushängeschild eines Models und wird oft mit einer Visitenkarte verglichen. Im internationalen Rahmen ist sie als Composit oder Comp Card bekannt und wird oft fälschlicherweise mit t geschrieben, weil sie mit „on Set“ assoziiert wird. Jedoch wurde die Sedcard vom Geschäftsführer der britischen Modelagentur Parker-Sed erfunden, woher sie auch ihren Namen erhielt.

Der wichtigste Anhaltspunkt einer Sedcard ist die Vorderseite, auf der man auf einen Blick den Wiedererkennungswert und die Wandlungsfähigkeit eines Models sehen muss. Die Sedcard sollte stets von einem/r professionellen Fotografen/in kreiert anstatt selbst mit Selfies und Alltagsfotos aufgefüllt zu werden. Als Aufmacher dabei gerne ein Selbstportrait mit Augenkontakt verwenden. Am besten ist es dabei, Fotos aus den verschiedenen Modeling-Bereichen zu integrieren. Vor allem ein Ganzkörperfoto ist unabkömmlich bei einer Sedcard. Außerdem wären ein Wäsche-Bild und einige Bilder in verschiedenen Posen oder Styles von Vorteil.

Die Rückseite dient dazu, alle aussagekräftigen Maße zusammenzutragen. Dazu gehören Körper- und Konfektionsgröße, Werte zur Brust, Taille und Hüfte, die Schuhgröße und das Alter. Auch Angaben zur Oberweite, die Haarfarbe, Augenfarbe und die Kontaktdaten der Agentur gehören dazu. Diese aber bitte unbedingt in geregelten Abständen aktualisieren, damit die Zahlen bei einem potentiellen Shooting stimmen! Zusätzlich sollte man noch Platz für einen Link zur aktuellen Online-Sedcard beifügen. Wer es ganz modern gestalten will, der kann auch einen QR-Code erstellen lassen. Für die gedruckte Version ist DIN A5 als Format gängig.

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Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Die Anforderungen an Männer und Frauen unterscheiden sich meistens. Das weibliche Geschlecht muss strenge Regeln und Voraussetzungen erfüllen. Für Männer sind die Angaben oft auf den Seiten der jeweiligen Agentur zu finden. Dort werden dann Mindestmaße angegeben. Generell ist für die männlichen Models jedoch ein schlanker und fitter Körper ohne zu viel Muskelmasse ausschlaggebend. Dies ist natürlich nicht der Fall, wenn eine Agentur auf der Suche nach einem Fitnessmodel ist. Da jedoch die Voraussetzungen bei Männern unkomplizierter sind, erhalten diese nicht selten nur die Hälfte der Gage der Frauen.

Für Shootings sollten Männer differenzierte Maße berücksichtigen. Obwohl diese oftmals nicht auf der Sedcard auftauchen, ist es besser vorbereitet zu sein. Vor allem bei Fitting-Aufträgen sind folgende Maße wichtig: der Nackenumfang und die Armlänge, Brust- und Unterbrustumfang, Bund- und Hüftumfang, aber auch die Beininnenlänge und die Taille.

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Besonderheiten und Trends in der Modelbranche

Die Modelbranche hat stets auch mit viel Kritik aufgrund der als unrealistisch angesehenen Ziele zu kämpfen. Aus diesem Grund gibt es eine stetige Bewegung, die weg von den „90-60-90“- Maßen und hin zu Natürlichkeit und Normalität möchte. Dies zeigen vor allem diverse Werbespots mit Curvy und Plus Size Models. Auch wird argumentiert, dass man bei Kindern und Jugendlichen ebenfalls mehr wert auf Ausstrahlung legt und dass das gewisse Etwas nicht durch die perfekten Maße unterstrichen wird. Ein Model muss mit seinen Posen und der Mimik im Stande sein, die eigene Persönlichkeit und Ausstrahlung darzustellen – mit oder ohne perfekte Maße.

Auch wird stetig mit unterschiedlichen Hauttönen und -farben experimentiert, da in den vergangenen Jahren vermehrt helle Hauttypen in Betracht gezogen wurden. Im Zuge der LGBTQ-Bewegung zeigen Agenturen auch Interesse an Transgender-Models. Erst vor kurzem hat Weltklassesängerin Rihanna in ihrer Savage x Fenti-Kollektion als erste ein männliches Plus Size Model vorgestellt und beweist wieder einmal ihre vorausschauende und moderne Herangehensweise.

Der beste Freund das Maßband: Wie misst man richtig?

Zunächst sollte man einen Ganzkörperspiegel besitzen oder sich helfen lassen, um die Verrenkungen zu minimieren. Für die Sedcard sind die korrekten Maße ausgesprochen wichtig. Deshalb haben wir für Euch diesen Guide zusammengestellt.

  1. Am besten Ihr zieht Euch bis auf die Unterwäsche oder ganz aus, stellt Euch gerade vor Euren Spiegel und stellt die Füße dicht nebeneinander.
  2. Beginnt mit dem Brustumfang. Dafür müsst ihr das Maßband über die Brustwarzen legen und an den restlichen Körper anlegen. Seid vorsichtig, dass das Maßband nicht zu straff anliegt.
  3. Für die Taille ist es am besten vor dem Frühstück zu messen, da der Bauch nach dem Essen aufgebläht ist. Dafür einfach das Maßband ca. 2-3 cm über dem Bauchnabel anlegen.
  4. Bei den Hüftmessungen können Euch schnell Fehler unterlaufen. Gerade bei diesem Wert ist es daher sinnvoll, wenn man Hilfe von jemandem hat. Dafür sollte man frontal vor dem Spiegel stehen und zunächst den breitesten Punkt des eigenen Körpers ausmachen. Danach das Maßband an dieser Stelle anlegen und den Wert ablesen.

Beispielmaße bekannter Models

NameMaße in cmGröße in mAlter
Lena Gercke90-62-891.7032
Karlie Kloss79-58-871.8528
Cara Delevingne79-61-861.7628
Gisele Bündchen86-61-861.8040
Kate Upton86-63-901.7828
Miranda Kerr81-60-861.7537
Candice Swanepoel84-58-861.7631
Heidi Klum89-65-921.7647
Ashley Graham91-86-1221.7732

Auch hier nochmal die Anmerkung, dass das Gewicht irreführend ist und eher zu Irritationen führt, als wertvolle Aussagen zu ermöglichen. In diesem Sinne hier auch nochmal der Appell, sich nicht nach dem Gewicht der Topmodels zu richten. Sich selbst mit dem Gewicht der Models zu vergleichen wird Euch wahrscheinlich eher in Selbstzweifel stürzen anstatt Euch zu einer gesunden Ernährung und Sport zu animieren.

Fazit

Dieser Artikel liefert Euch trotz seiner Länge alle wichtigen Infos, wenn das Modelbusiness Euer Traum sein sollte. Auch, wenn die Voraussetzungen und Maße sehr streng sind, sind sie nicht alles, was für Euren Erfolg nötig ist. Ihr müsst genauso wandlungsfähig sein und das gewisse Etwas haben. In diesem Sinne solltet Ihr Euch lieber überlegen, was Euch ausmacht und von den anderen unterscheidet. Im Endeffekt ist eine gute Kombination aus den nötigen Maßen, einer tollen Ausstrahlung und einer einzigartigen Ausdrucksform maßgebend.




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